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Neue Probebohrung soll Trinkwasser erschließen

08.09.2021
Im Bürgstadter Gemeindewald am Maiberg haben die Arbeiter eine Bohrstelle eingeebnet, in Kürze sollen die Bohrer der Firma Keller & Hahn installiert werden.

Um den steigenden Trinkwasserbedarf von Privathaushalten und Firmen in Bürgstadt auf Dauer decken zu können, bereitet die Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt (EMB) zurzeit eine neue Probebohrung am Maiberg unweit der Grenze zu Baden-Württemberg vor. Der Bohrplatz wurde eingeebnet und der Wegebau wird in Kürze beginnen, so dass hoffentlich Ende September die Probebohrungen beginnen können.

Die EMB fördert zurzeit pro Jahr zurzeit zwischen 250.000 und 300.000 Kubikmeter Wasser aus den drei Brunnen am Bürgstadter Maiberg und leitet sie in das Wassernetz ein. Diese Förderung basiert auf einer sogenannten Entnahmegenehmigung durch die Aufsichtsbehörden. Diese wurde auf Antrag der EMB bis zum Jahresende 2022 um 50.000 Kubikmeter auf bis zu 300.000 Kubikmeter erhöht, um die Nachfrage nach Wasser decken zu können. Auf Dauer braucht es nach Auffassung der EMB allerdings einen weiteren Brunnen, der die drei bestehenden Brunnen entlastet – auch deshalb, weil an einem der Brunnen immer wieder einmal mikrobiologische Probleme auftreten.
Bei einer Probebohrung war bereits am „Brunnen IV“ Wasser in ausreichender Menge und Qualität gefunden worden.  Um dieses Wasser zu fördern, hätte es aber ein neues Wasserschutzgebiet gebraucht mit damit einhergehenden Einschränkungen in der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Aus diesem Grund hatte der Bürgstadter Gemeinderat den Wunsch an die EMB herangetragen, eine alternative Bohrstelle zu finden. Nach Gesprächen mit der örtlichen Landwirtschaft wurde nun eine Stelle kurz vor der Landesgrenze nach Baden-Württemberg mitten im Wald ausgewählt, die laut einem Fachgutachten, angefertigt vom Geologen Dr. Bernd Hanauer, vielversprechend ist.
Die Bohrstelle birgt mehrere Vorteile: Sie liegt im Gemeindewald Bürgstadt, landwirtschaftliche Flächen sind nicht oder kaum betroffen. Eine notwendige Erweiterung des Schutzgebietes bergaufwärts würde zudem keine privaten Eigentümer betreffen, auch die Staatsstraße 2310 wäre nicht betroffen. Eines allerdings scheint gewiss: Findet man bei den drei anderen Bürgstadter Brunnen das Wasser in Tiefen zwischen 160 und 180 Metern, muss an der neuen Bohrstelle aufgrund der Lage weiter oben am Hang vermutlich bis in eine Tiefe von 250 Metern gebohrt werden.
Die EMB erhofft sich bis Ende des Jahres eine Aussage, ob Wasser in ausreichender Schüttung und Qualität vorhanden ist, so dass ein Vollausbau der Bohrstelle beim Landratsamt beantragt werden kann. Falls diesem Antrag stattgegeben wird, könnte die Bohrstelle ausgebaut werden, parallel dazu würden die Leitungen für Wasser, Strom und Glasfaser verlegt, so dass der neue Brunnen an das bestehende Brunnennetz angeschlossen wird. Im Idealfall könnte nach rund zwei Jahren das erste Trinkwasser aus dem „Brunnen V“ gefördert werden – zunächst im Probebetrieb, nach Ende aller rechtlichen Verfahren im Vollbetrieb.
Parallel zur Herstellung des Brunnens läuft das rechtliche Verfahren zur Festsetzung des erweiterten Wasserschutzgebietes. Dieses wird sich vermutlich mindestens acht Jahre hinziehen, denn unter anderem müssen alle Eigentümer der betroffenen Flächen gehört werden, auch muss das angrenzende Bundesland Baden-Württemberg einbezogen werden.

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